Powhatan, Pocahontas und John Smith

Als Captain John Smith am 26. April 1607 in der Chesapeake Bucht vor Anker ging und schon im Mai desselben Jahres am James River die Gründung der britischen Stadt Jamestown, der ersten ständigen englischen Siedlung in Nordamerika, in die Wege leitete, war er ins Gebiet der Powhatan-Konföderation eingedrungen, die über 20 Algonkin-Stämme Virginias umfasste. Powhatan, Großsachem des gleichnamigen Volkes, der von 200 unterjochten Dörfern Tribut erhob, legte auf Wunsch seiner Lieblingstochter Pocahontas eine freundschaftliche Duldsamkeit gegenüber den Weißen an den Tag. Aber auch aus strategischen Erwägungen hielt Powhatan Frieden mit den europäischen Neuankömmlingen. Sein Algonkin-Zusammenschluss war in der Tat zwischen zwei gefährlichen Gegnern eingekeilt. Vor Powhatan dehnte sich das Meer aus, über das die unheimlichen Bleichgesichter mit ihren Feuerwaffen und Stahlklingen gesegelt kamen. In seinem Rücken bemühte sich der kämpferische Irokesen-Bund, einen Keil ins Land der Algonkins, ihrer Erbfeinde, zu treiben. So war es verständlich, dass der Großsachem, dessen indianischer Name Wahunsonacock lautete, zeitlebens zögerte, sich mit den Weißen anzulegen, obwohl sein Bruder Opechancanough mit den vereinigten Powhatan-Algonkins des Hinterlandes unablässig zum Krieg drängte. Indianerprinzessin Pocahontas
Die Indianerprinzessin Pocahontas (1595-1617), die Tochter des Großsachems Powhatan, die vor ihrem Vater nieder kniete und um die Begnadigung des zum Tode verurteilten Kolonistenführers John Smith bat. Sie gilt heute noch in Amerika als das Sinnbild des schönen Traums von der Integration verschiedener Rassen und Kulturen.

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