Liebe Regina
ihr habt da eine an sich sehr schoene und informative web site kreiert! zu meiner person: ich bin europaerin und lebe mit meinem mann, einem stammesmitglied der cheyenne river lakota seit mehr als 2 jahren auf dem reservat daselbst, in south dakota. wir - beide sind kuenstler - leben wie die meisten leute hier in mehr als bescheidenen verhaeltnissen. der unterschied von mir zu den indianischen menschen ist, dass ich die entscheidungsfreiheit hatte, mich hier in der welt meines lebenspartners niederzulassen und den reservatsalltag mit ihm und den anderen zu teilen. treibt mir oft die traenen in die augen, nicht aus selbstmitleid, aber aus trauer und oft auch ohnmaechtiger wut darueber, unter welchen unwuerdigen umstaenden die meisten indianischen voelker zu leben haben. ich bin aber auch sehr dankbar fuer alles, was ich hier lernen darf, was mir in meinem herkunftsland wohl nie moeglich gewesen waere. ich fuehle mich verpflichtet, euch auf kleine ungenauigkeiten im text hinzuweisen - habe aber noch laengst nicht alles gelesen, und moechte euch auch nicht als alles besserwissende fingerzeigerin daherkommen. nur - was ich mit eigenen augen sehe, mit eigenen ohren hoere und mit meinem herzen fuehle, das wird zu meinem persoenlichen wissen und erfahrung...

Zitat aus eurer web site:
"Bis heute nennt man dieses Ereignis "Zug der Tränen". Heute gibt es in den USA etwa 300 Reservate. Das Leben dort ist oft hart und die Menschen haben kaum Arbeit. Ackerbau oder Viehzucht können die Indianer nicht betreiben, weil das Land unfruchtbar ist.

das ist nicht ganz richtig, jedenfalls hier in der praerie.
a) an sich ist die praerie ein aeusserst fruchtbares land. unfruchtbar ist die art und weise, wie hier industrielle landwirtschaft betrieben wird mit pestiziden, riesigen maschinen und endlosen rinderherden, die dem boden und den gewaessern wohl nicht mehr gut zu machende schaeden zufuegen. die haesslichen allgegenwaertigen stacheldrahtzaeune sind da noch das kleinste uebel. dazu kommt die absolut ungerechte und von der gier der weissen gepraegte verteilung des stammeslandes, sogenannte range units. dies hier im detail zu beschreiben, wuerde den rahmen sprengen. es sind aber wieder einmal die weissen rinderbarone, aber auch die kurzsichtigkeit der stammesregierung, die dies geschehen lassen. jedenfalls fliessen jaehrlich millionenbetraege in die taschen von weissen unternehmern, gewonnen mit der viehwirtschaft allein. fuer viele weisse unternehmer ist das reservat eine goldmine... jedenfalls tropft kein penny von den profiten in die taschen von den stammesmitgliedern - ausser man konnte sich durch vetternwirtschaft ein ebensolches range unit ergattern und an die besitzer der rinderherden verpachten.
b) ackerbau und viehzucht waere eine perspektive - mit buffalo und indigenen pflanzen wie mais, kuerbis, squash etc. da muessten aber noch riesige problemberge versetzt werden...

"Heute sind die Reservationen keine Zwangslager mehr. Zäune oder Kontrollstellen gibt es nicht. Jeder kann kommen und gehen, wann er will."
sorry, nur halb wahr. Reservationen werden immer und ewig Zwangslager sein. so sind z.b. die lakota immer noch sogenannte "wards" der us regierung. oft gibt es wirklich keine alternative als das reservat. die gruende sind fast zahllos und dieses thema waere genuegend stoff fuer ein buch. Um zwang auszuueben, braucht es nicht unbedingt sichtbare zaeune... rassismus, im wahren leben mehr als ungleichheit in schulung, chancen zur ausbildung und an arbeitsplaetzen - falls mal ein solcher ergattert werden konnte, vetternwirtschaft und korruption, gesundheitsprobleme - dies sind nur einige wenige der gruende. Viele haben auch kein geld, um anderswo hinzugehen, keine drivers licence (ohne die kannst du nicht mit dem auto ueber die reservatsgrenze), und eine staendige furcht vor konfrontationen in der weissen welt. das kommen und gehen wie man will ist oft nicht moeglich - eben wegen mangelnden finanziellen resourcen - auf gut deutsch armut.

Viele, die Arbeit haben, verlassen tagsüber das Indianerland, wie man Reservationen heutzutage häufig nennt. Indianerland ist und bleibt doch der ganze kontinent...

Sie verdienen sich in einer benachbarten Stadt ihren Lebensunterhalt. Die benachbarte stadt liegt zwischen 90 und 240 meilen von hier... Natürlich wohnen die Indianer unserer Tage meist nicht mehr im Wigwam oder Tipi, sondern in Baracken mehrheitlich! oder auch modernen Fertigteilhäusern kaum! die Fertigteilhaeuser sind oft mangelhaft gebaut aus billigem material... wie die Weißen.

so, das waers mal vorerst.
habts gut bei euch drueben und vielleicht bis ein anderes mal!

ganz herzliche gruesse aus der praerie
Monika eMail: scarleg@lakotanetwork.com


Free-Ranking: Wenn Sie mehr über Ihre Webseite erfahren möchten... Free-Ranking.de